HANDLESEN GRUNDLAGEN - INHALT:
A. SELBST HANDLESEN
A.1. Handlesen im Selbst- und Partnertest A.2. Die Kopflinie
B. ANALYSEN
B.5. Whitney Houston - Ein Blick in ihre Hand B.4. Osama Bin Laden B.3. Muammar al-Gaddafi B.2. Michael Jackson - Hand und Horoskop B.1. Rudolf Steiner - Geburtshoroskop
C. GESCHICHTLICHES
VII. Handlesen Geschichte VIII. Handlesen im Eadwine Psalter IX. Julius Spier, Etty Hillesum und Dr. Charlotte Wolff
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A. SELBST HANDLESEN
A.1. Handlesen im Selbst- und Partnertest - Was Hand und Fingerlängen über Ihren Charakter aussagen
In der Hand und zwar schon an der Handform und an den Fingern entdecken Sie oft mit einem Blick, welches Element oder Temperament bei Ihnen oder bei Ihrem Partner besonderes hervorsticht. Zum Beurteilen vergleichen Sie am besten immer wieder die verschiedensten Hände und behalten sie in Erinnerung. Mit einiger Übung werden Ihnen die Unterschiede dann immer deutlicher auffallen:
Große, harte und schwere Hände, die am Handgelenk breit und füllig sind, sprechen für eine Erdbetonung. Diese vitalen Hände haben Kraft und packen lieber zu, als dass sie viel reden. Sie schätzen reale Werte, Geld und Gut. Suchen Sie einen Partner, der selbständig ist, der im eigenen Haus alles selbst repariert und der Sicherheiten liebt, liegen Sie hier richtig. Allerdings: Leicht zu erobern ist er nicht . Mit zuviel Abwechslung und schnellen Veränderungen sollten Sie bei ihm nicht rechnen, denn seine Anschauung ist konservativ, zuverlässig und beständig bis zum Abwinken.
Schlanke, lange Fingerhände erscheinen dagegen schwach. Sie sind zierlich und stehen unter Lufteinfluss. Ihre Stärke liegt im Denken, Reden und Kommunizieren. Wer eine repräsentative Partnerin mit Sinn für Kunstausstellungen, Theaterbesuche und fränzösische Speiselokale sucht, sollte sie einladen. Über die Niederungen des Alltags sollten Sie ihr allerdings gelegentlich (auch finanziell) hinweghelfen können, denn mit dem Praktisch-Realen tut sich diese Hand schwer. Tumpe Grobiane mag sie nicht.
Die weichen Patschhände sind immer reichlich gepolstert und gelegentlich etwas feucht. Sie verraten viel Wasser und machen es sich gerne genießerisch bequem. Falls Sie eine Schulter suchen, um sich gründlich daran auszuweinen, liegen Sie hier richtig, denn ihre Anteilnahme ist grenzenlos. Mit Gefühlen kennt sich diese Hand bestens aus. Vielleicht ist man deshalb gerne bei ihren Plauderpartys zu Gast. Wie die Eignerin dieser Hände allerdings aus den Puschen kommt, um etwas zu tun, ist eine andere Sache.
Elastisch gespannte, kräftige Hände mit imposanten Daumen, die einem energisch die Hand schütteln, sprechen für initiatives Feuer. Planen Sie ein Survival-Camp im Gazastreifen, eine Dschungeldurchquerung, einen Wüstentrip mit Geiselnahme oder wollen Sie zu Weihnachten den Nangaparbat ersteigen, nehmen Sie einen Besitzer dieser Hand unbedingt mit. Erwarten Sie aber bitte nicht, dass Sie dabei die Führung übernehmen. Eigner von Feuerhänden vertragen es schlecht, nichts zu erobern oder wenn nichts Dramatisches passiert. Dann werden sie mitunter explosiv. Haben sie den Eindruck, dass man sie übersieht, werden sie gerne laut und machen sich auf jeden Fall bemerkbar. Sie können mit Ihnen aber jederzeit gegen Grizzlys kämpfen. Geheimtip wie man feurige Nervensägen los wird: Zähflüssige Entwicklungen, stilles Leiden und ausgiebige Gespräche über Ihre Gefühle schlägt jede Feuerhand in die Flucht.
A.2. Die Kopflinien
Handlinien und Planeten
Das Spannendste in der Hand sind sicherlich die Linien. Wer bei sich selbst nachschauen will, öffne die rechte Hand. In der Mitte der Handfläche finden Sie eine kräftige, horizontale Linie. Diese sogenannte Kopflinie, gehört zu den vier Hauptlinien und ist die mittlere des großen M, das wir in den meisten Händen finden.
Die Kopflinie durchzieht die Mitte der Hand von der Daumenseite kommend in Richtung der Handkante hinüber. Die Kopflinie verrät die Art, wie Sie denken: Ist sie kurz, beschränken Sie sich auf das Wichtigste und kommen schnell zur Entscheidung. Ist die Koplinie lang, interessieren Sie sich für Details. Bis Sie sich für einer Sache entschließen, dauert es länger. Liegt die Kopflinie gerade, wie mit einem Lineal gezogen, beinahe waagrecht in der Hand, schätzt man Ihre Sachlichkeit und Sie geraten kaum in Depressionen. Mit Zahlen und Statistiken können Sie gut umgehen und bei Diskussionen geben Sie kaum nach. Ist die Linie zudem noch lang, ist Organisieren Ihre Spezialität, denn Sie vergessen auch das Nebensächliche nicht. Sie können gut mit ihrem Budget umgehen, sind eher sparsam und vergessen nicht die Notwendigkeiten des Alltags. Verläuft die Koplinie in einem leichten Bogen und fällt sie zur Gegenseite des Daumens Richtung Handkante rundlich ab, haben Sie ein Herz für andere. Der Umgang mit Menschen fällt Ihnen leicht und sollte zu Ihrem Beruf gehören. Mitunter sind Sie launisch, mögen keine Routine und für melancholisch verregnete Novembertage haben Sie etwas übrig. Ist zudem Ihr Ringfinger lang, viel länger als der Zeigefinger, und ist Ihr Handrand gut gepolstert, verfügen Sie über reichlich Phantasie und über bildhaft-künstlerische Vorstellungen, auch wenn dies nur an Feiertagen oder beim Grußkartenschreiben zum Vorschein kommen mag.

B. ANALYSEN
B.5. WHITNEY HOUSTON - Ein Blick in ihre rechte Hand
Obwohl es ihre Freunde und Bewunderer schon seit einiger Zeit befürchtet hatten, überraschte der Tod von Whitney Houston dennoch viele, insbesondere, weil er sich so kurz vor der diesjährigen Grammy-Feier ereignete. Betrachten wir die Hauptlinien in ihrer Hand, fällt zunächst die oberste, tief durchhängende Herzlinie auf. Sie markiert eine gewisse Sentimentalität und gefühlsmäßige Ausrichtung, welche das Leben und emotionale Beziehungen keineswegs leicht nahm. Am Ende verliert sich diese Linie unter dem Mittelfinger auslaufend, was bei aller Großartigkeit auf eine gewisse Reserviertheit hinweist und auf eine gelegentliche Schwierigkeit, sich genügend abzugrenzen, vor allem, wenn sich Whitney auf jemand wirklich einließ.
Die in der Mitte der Hand liegende Koplinie verläuft von der Daumenseite kommend zunächst gerade und zielgerichtet, was darauf hinweist, dass Whitney in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter gesetzte Ziele konsequent anstrebte. Die Kopflinie ändert in der Mitte plötzlich ihre Richtung und biegt nach unten ab. Dadurch treten unbewusstere Einflüsse in den Vordergrund, werden mental bestimmend und erschweren eine bewusste Steuerung des Lebens. Darüber hinaus signalisiert dieser Verlauf Kummer, Sorgen und depressive Stimmungen, welche das Denken beeeinflussen oder sogar zeitweise überfluten. Ausschlaggebend mag hierfür die Begegnung und das Zusammenleben mit ihrem Ehemann gewesen sein. Die Lebenslinie setzt relativ hoch an und kommt aus der Richtung des Zeigefingers, was für die Möglichkeit einer persönlichen Expansion schon früh im Leben spricht. Der später eng werdende Bogen markiert Einschränkungen in Bezug auf die Lebensweise, die sich mit zunehmendem Alter steigernd ergeben.
Im Verhältnis zu den drei beschriebenen, tief eingeschnittenen Hauptlinien ist die in Richtung Mittelfinger aufsteigende Schicksallinie, bei Whitney sind es zwei, deutlich schwächer gezeichnet. Dies spricht für einen Mangel an Anpassung, Halt und innerer Stabilität. Darüber hinaus signalisiert sie ein loses, soziales Eingebundensein, vor allem für die Zeit nach dem 30. Lebensjahr. In der nicht abgebildeten linken Hand ist die, dem Saturn zugeordnete Schicksalslinie um einiges deutlicher zu sehen. Dies mag nicht zuletzt auf eine schwache Vorbildfunktion des Vaters während ihrer Kindheit hindeuten, welche Whitney wenig Stabilität vermittelte und die sie in ihrer zweiten Lebenshälfte selbst zu gering aufzubauen vermochte.
B.4. Osama Bin Laden
Bei der Interpretation der Abbildung muss man zunächst berücksichtigen, dass Osama bin Laden Linkshänder ist und hier die rechte Hand besprochen wird. - Die im Internet häufig kursierende Spiegelverkehrung entspricht nicht den Tatsachen.
Betrachtet man die Gesamterscheinung der verfeinerten Hand- und Fingerform, ergibt sich aus der länglichen Gestalt und den aufrechten, schlanken Finger ein idealistischer Einschlag. In seiner Grundkonstitution spricht die Hand keineswegs für brutale oder grobe, sondern eher für aristokratische Anlagen.
Im Zusammenhang mit dem rechteckigen Handteller macht sich darüber hinaus ein deutlicher Merkureinschlag geltend, der in Kombination mit dem langen, schlanken kleinen Finger und der, aus der Handmitte zu ihm hinaufführenden Linie, die kommunikativen Fähigkeiten hervor hebt.
Der große Daumenballen und insbesondere der ihm gegenüberliegende Berg an der Handkante, auch Mondberg genannt, sind kräftig. Die Betonung liegt dabei auf dem unteren Teil des letzteren, was für ein beträchtliches Maß an Phantasie, sowie für ein sehr aktives Unterbewusstsein und Traumleben spricht. Sie dominieren die im Verhältnis dazu geringer erscheinenden, im Daumenberg repräsentierten Vitalkräfte.
Astrologisch ist hier mit einem deutlichen Einfluss des Elementes Wasser zu rechnen. Die sich kurvige zum Mondberg neigende Kopflinie gibt uns zusätzlich einen Hinweis auf das phantasie- und gemütsbetonte Denken. Dies unterstreicht die emotionale Ebene, die sich eher für Beziehungen und Menschen interessiert als für Zahlen, Fakten oder kühle Strategien. An ihrem Beginn ist die Kopflinie länger mit der Lebenslinie verbunden, was für eine gewisse Abhängigkeit von der Familie, Herkunft, Sippe oder zugehörigen Gruppe, sowie für Vorsicht, Selbstzweifel und ein nicht geringes Bedürfnis nach Bestätigung spricht.
Der Daumen ist wie bei allen bedeutsamen Persönlichkeiten relativ lang und kräftig. Auch er zeigt in seiner Gesamtform etwas Verfeinertes. Vom Handteller steht er nicht weit ab. Das Bedürnis nach persönlicher Unabhängigkeit ist daher trotz des vorhandenen Willenspotenzials gering. In seinen Entscheidungen fühlt er sich deshalb gegenüber der Sippe oder zugehörigen Gruppe verpflichtet und ist sogar von ihr abhängig. Kombiniert man das längere, mittlere Daumenglied mit der am Beginn gebundenen, kurvigen Kopflinie, sowie mit dem kürzeren Zeigefinger, ergibt sich daraus eine Persönlichkeit, die eher nachsinnt oder berät und kaum spontan handelt.
Das kräftige, untere Zeigefingerglied signalisiert einen beträchtlichen Ehrgeiz. Dies wird verstärkt durch einen Ast, der nahe beim Anfang der Lebenslinie in Richtung Zeigefinger austeigt. Der längere Ringfinger spricht dennoch für einen Teamplayer, dem das Feedback sehr wichtig ist. Darüber hinaus würde ich von Osama erwarten, dass er sich seinem Clan gegenüber verpflichtet fühlt und von diesem in irgendeiner Weise unterstützt wird. Dem entgegen steht ein gewisser Eigensinn, der sich durch den abstehenden kleinen Finger äußert und durch die zur Seite biegende Spitze des Zeigefingers, die wahrscheinlich etwas nach innen eingezogen ist. Während der, die Verantwortung symbolisierende, Mittelfinger schwächer ausgeprägt ist, dominiert der Zeigefinger hinsichtlich seiner Dicke über alle anderen Finger. die Gesamtform des Zeigers ist unharmonisch und wie schon erwähnt, betont das kräftige, unterste Fingerglied den Ehrgeiz und Wunsch nach Dominanz.
Die Verkürzung des Zeigefingers (im Verhältnis zum Ringfinger) und seine seitlich leicht verdehte Biegung in Richtung Daumen, offenbart einen Konflikt in Bezug auf weltanschaulich-religiöse Anschauungen. Sie zeigt auch eines Zweifal am Selbstwertgefühl und wie er seine Bedeutung gewürdigt empfand. Neben den vermeintlich religiösen Motiven würde ich daher Geltungsstreben und Selbstbestätigung als wichtigen Antrieb seines Handelns betrachten.
Die Linien sind in der Hand wesentlich schwächer gezeichnet, als in der nachfolgenden Hand von Gaddafi. Hierin zeigt sich ein Widerspruch zu den konstitiutionellen Anlagen und ein Mangel an Feuer, wodurch der konkrete, tatkräftig zupackende und kämpferische Selbstausdruck als schwach erscheint. Dies lässt verstehen, warum Osama bin Laden sich nicht der direkten Konfrontation gestellt und nicht offen in Kämpfe eingegriffen hat, sondern aus dem Verborgenen heraus die Ausführung seiner Pläne dirigierte. Für eine Führungsfigur besonders markant ist eine kaum zu erkennende Schicksalslinie. Sie lässt eine geringe Sozialisation, innere Stabilität und eine Wurzellosigkeit erwarten, die Bin Laden wohl in der Religion gesucht hat.
Eine weitergehende Interpretation lässt sich auf Grund der Unschärfe der Linien zunächst kaum erschließen, zumal es im vorliegenden Fall besonders wichtig wäre, die linke Hand hinzu zu nehmen.
 
Osama bin Ladens Geburtsdaten sind nicht völlig sicher. Dennoch halte ich das abgebildete Geburtshoroskop für wahrscheinlich. Es ist durch das Schaubild zum allgemein angegebenen Angriffszeitpunkt seiner letzten Unterkunft ergänzt. Verwendet man das gelegentlich angegebene Datum 30.7.1957, würde sich eine Sonnen/Uranus-Konjunktion ergeben, die kaum eine längere, selbst auferlegte "Gefangenschaft" ertrüge. Die Signaturen der Hand entspricht meiner Ansicht nach eher für den 10.3..
B.3. Muammar al-Gaddafi
In Verbindung mit der insgesamt kräftigen Feuerhand und den Fingerstellungen, bei denen ein deutlicher Drang nach Unabhängigkeit vorherrscht, werden sich die Gestaltungskräfte stets in irgendeiner Form Ausdruck verschaffen. Durch die Phantasie betonte und sprachliche Ausdrucksbegabung hätte dies auch einen guten Schauspieler ergeben können. Bei Auseinandersetzungen oder Verhandlungen mit ihm wird man deshalb mit einigem "Theaterdonner" rechnen können.
Auf Grund der langen Linie, die in Richtung des kleinen Fingers aus dem untersten Handbereich aufsteigt, kann man hier erwarten, dass sich dieser vor allem über das Spachliche ausdrückt. Dass der Handeigner damit einigen Erfolg erzielt oder erzielte, wird zusätzlich deutlich durch eine relativ lange Ringfingerlinie und durch die beiden "Schicksalslinien", welche in der Mitte der Hand nahezu senkrecht in Richtung Mittelfinger streben. Sie signalisieren außerdem ein beträchtliches "Rückgrat" und innere Stabilität, die sich kaum von gefassten Ziel abbringen lassen und die zudem Veränderungen scheut.
Die Gaddafi vielfach zugeschriebenen Sprunghaftig- und Unberechenbarkeit beziehen sich daher nicht auf die innere Konsequenz im Abschreiten des Lebensweges. Sie betreffen - aus seiner Hand - vor allem sein Gedankenleben, das sich durch die kurvige Kopflinie als phantasievoll und launisch darstellt.
Darüber hinaus wird dieses von starken, intuitiven Impulsen beeinflusst, die nicht immer den rechten Anschluss an die "Realität" des Lebens haben, die schwer eine kontinuierliche Anwendung finden und daher wahrscheinlich immer wieder zu Fehleinschätzungen und Fehlversuchen neuer Gestaltungswege geführt haben.
Die stark geröteten, tiefen, langen, kaum unterbrochenen und wenig von Querzeichen irritierten Linien markieren den starken Einfluss des Elementes Feuer. Im Geburtshoroskop finden wir diesen durch den Mond im Widder angezeigt, wobei ich zusätzlich einen Aszendenten im (1°) Löwen für wahrscheinlich halte.
Sie lassen eine große Vitalität, Spontaneität und einen energischen Charakter erwarten, der zur Übertreibung, Dramatisierung und Liebe für farbenfrohe Details neigt. In Kombination mit dem vollen, kräftigen und großen Daumen signalisieren sie eine erhebliche Willens- und Durchschlagskraft, sowie mitunter einen Hang zur Grobheit und dazu, andere zu "überfahren"
Muammar al-Gaddafis Geburtstag wird für den 7. Juni 1942 angenommen, was wenig verlässlich ist. Allerdings ergäbe sich für diesen Tag eine starken Zwillingsbesetzung und eine Saturn/Uranus-Konjunktion in einer weiten Verbindung mit der Sonne im gleichen Zeichen. Dies passt astrologisch durchaus zu seinem provokanten Erscheinungsbild und Verhalten, denn die Konstellation signalisiert gleichzeitig den lebenslangen Konflikt mit Traditionen und den Drang sie zu überwinden.
Weiter wird berichtet, dass er väterlicherseits von einem italienischen Piloten abstamme, der im 2. Weltkrieg über Libyen abgeschossen wurde. Seine Mutter sei die Tochter eines Beduinen, der den Piloten aufgenommen habe. Unter diesen Einschränkungen sind Zeit- oder besser Jahreszahlangaben aus der Hand gelesen, unsicher. Betrachten wir jedoch die um den Daumenberg im Halbkreis ziehende Lebenslinie, erkennen wir eine senkrechte Linie, die auf halbem Wege aufsteigt. Sie zeigt, dass Gaddafi zu Beginn seiner 40er Jahre besonders erfolgreich gewesen sein muss oder wichtige, neue Projekte erfolgreich initiiert hat.
Neben einer beträchtlichen Energie und starken Lebenskräften, die möglicherweise in seinen frühen Fünzigern durch Herzprobleme und in der ersten Hälfte seiner 60er Jahre durch Krankheit oder der einer/s nahen Anverwandten getrübt waren, verfügt Gaddafi wie schon erwähnt über eine erhebliche Standfestigkeit und Ausdauer. Planerisch geht er gerne ins Detail und vorschnelle Entscheidungen sind nicht zu erwarten. Langwierigen Auseinandersetzungen liegen ihm deshalb wesentlich besser als spontane und wendige Strategien. Auch wenn man ihn für einen indiskutablen Despoten hält, hätte man schon in der Vergangenheit für Libyen in jeder Hinsicht mehr erreicht, wenn man ihm mit Würde und Respekt begegnet wäre - denn darauf legt er großen Wert, anstatt mit reinem Muskelspiel.
Müsste ich eine Prognose hinsichtlich seines fortschreitenden Alters stellen, hielte ich auf der Grundlage seiner Lebenslinie ein gewaltsames Ende für ebenso unwahrscheinlich, wie ein Verlassen des Landes oder eines Gehens ins Exil weiter entfernt von seiner Heimat. Hier würde ich eher ein sich Zurückziehen in ein einschränkendes Refugium innerhalb des Landes oder eines sehr nahen Nachbarlandes als passend mir vorstellen. Im Widerspruch dazu steht eine sogenannte "Feindlinie", welche Gaddafis Koplinie in der Region unter dem kleinen Finger energisch kreuzt und rötet. Sie deutet auf einen möglichen, gewaltsamen Angriff (den Kopf betreffend) hin. Welche Signatur dominiert und deshalb den weiteren Lebensverlauf beschreibt, kann ich auf der Basis der Hand nicht entscheiden. - Astrologisch würde ich schwierige Jahre eher für seine Mittsiebziger erwarten. Stimmt das überall angebene Geburtsjahr tatsächlich, wäre das noch einige Jahre hin.
B.2. Michael Jackson - Hand und Horoskop
Manchmal gibt die Hand viel schneller und konkreter Auskunft über das Innere eines Menschen, als das Geburtshoroskop. Schauen wir etwa in die Hand von Michael Jackson, verstehen wir mit einem Blick, dass er in einer zweifachen Welt lebte und unter Depressionen litt.
Hierüber gibt uns seine Kopflinie Auskunft. Sie beginnt am Handrand auf der Seite zwischen Daumen und Zeigefinger, verläuft bis zur Mitte der Hand ziemlich waagrecht und knickt dann plötzlich nach unten ab. Mit einer kleinen Unterbrechung fällt sie schließlich tief zur unteren Handkante hinab.
Den Handbereich, in dem sie endet, nennen Handleser den Mondberg. Seit altersher gilt er als Anzeiger für Phantasie und Träume. Besitzer einer solchen Kopf- oder "Persephone-Linie" verfügen über eine rege, bildhafte Phantasie, was Inspirationsquelle für ein reichhaltiges, kreatives Schaffen werden kann.
Sie birgt allerdings auch die Gefahr in sich, dass sich der Besitzer leicht in eine Traumwelt verliert und es schwer hat, die geistige Balance zu halten zwischen seinen Phantasievorstellungen und dem, was man als Realität bezeichnet. Die Gefahr, in tiefe Melancholie oder in Depressionen zu verfallen, ist ebenso groß, wie geistige Abstürze oder gar Bewusstseinsverluste.
 In Michael Jacksons Geburtshoroskop finden wir diese Neigung durch die starke Besetzung des Pluto angezeigt. Seine Plutostellung signalisiert die öffentliche Konfrontation mit dem Thema Macht und Ohnmacht. Er bildet eine Oppositon zum gefühlvollen Fische-Mond, der nahe des tiefsten Punktes seines Horoskopes steht. Zusätzlich ist diese Konstellation eng mit dem träumerischen Neptun verbunden, der gerne in eine Illusionswelt entflieht.
Die Lilith am absteigenden Mondknoten lässt eine mitgebrachte, instinktive und mächtige Dunkelseite erwarten, die sich in der Rolle des Außenseiters, Tabubrechers und Ausgestoßenen ausleben kann. Der gesamte Komplex verleiht dem Leben etwas Dramatisches, Fremdartig- und Rätselhaftes.
Bei genauem Hinschauen entdecken wir noch eine zweite Kopflinie. Sie liegt höher in der Hand, näher den Fingern zu und ist geringer gebogen. Durch sie verfügt Michael zusätzlich über ein alltagstaugliches, rational-berechnendes Denken und über eine zweite Persönlichkeitsstruktur, was an das Phänomen von Dr. Jekyll und Mr. Hyde erinnert. Sie ermöglichte ihm in Zeiten körperlicher und seelischer Stärke, die depressiven Tendenzen seiner zweiten, dunklen Phantomepersönlichkeit zu kontrollieren und zu verdrängen. Die astrologische Entsprechung finden wir in seiner Sonne, die am höchsten Punkt des Horosokops steht, in der perfektionistischen Jungfrau, und in enger Beziehung zum klugen Merkur.
Astrologisch wird der Gegensatz zwischen Michaels charismatischen, öffentlichen Seite und der privaten, sehr verletzlichen, durch die Sonne-Mondopposition (Vollmond) angezeigt.
Eine doppelte Kopflinie besitzen nur wenige in der Hand. Sie ist daher ein sehr individuelles und markantes Charaktermerkmal, das in der Beurteilung besonders schwer wiegt. Betrachten wir die beiden "Denk"-Linien, ergibt sich deshalb eine doppeldeutige Persönlichkeit. Östliche Handleser sprechen bei einer solchen Signatur manchmal davon, dass sich dahinter eine zweite, aus einem anderen Leben mitgebrachte, phantomhafte Persönlichkeit verbirgt, die nicht mehr richtig in die Jetztzeit passt. Vielleicht liegt darin auch der tiefere Grund für seinen stetigen Drang nach Veränderung, bis sein Gesicht schließlich so entstellt war, dass er es verbergen musste.
War Michael Jackson in guter, gesundheitlicher und seelischer Verfassung, konnte er seine verschiedene Seiten mit wachem Verstand kontrollieren. In Zeiten besonderer Belastung mag er die vervorgene als dunkle Bedrohung empfunden haben, der er durch das Vermeiden von Schlaf und Traum auszuweichen suchte.
B.1. Rudolf Steiner - Geburtshoroskop
Nur wenige Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts polarisieren bei ihrer Erwähnung so sehr wie Rudolf Steiner. Und das in der allgemeinen Bevölkerung, unter Gelehrten und unter Menschen, die sich mit Grenzgebieten beschäftigen. Ungeachtet dessen beeindruckt und faszinierte er viele, die ihm sich mit seinem Lebenswerk beschätigen, oder die ihm persönlich begegnet sind. Stefan Zweig etwa "fand es aufregend ihm zuzuhören, denn seine Bildung war stupend". Zweig besuchte vor dem ersten Welkrieg in Berlin mehrere seiner Vorträge und die Beschreibung in seinem Buch " Die Welt von Gestern" liest sich wie eine Kurzinterpretation des Skorpion-Aszendenten von Rudolf Steiner:
"In seinen Augen wohnte eine hypnotische Kraft, und ich hörte ihm besser und kritischer zu, wenn ich nicht auf ihn blickte, denn sein asketisch-hageres, von geistiger Leidenschaft gezeichnetes Antlitz war wohl angetan, nicht nur auf Frauen überzeugend zu wirken."
Betrachten wir sein Geburtshoroskop weiter, fällt die dem Aszendeten gegenüberliegende Pluto / Mars - Konjunktion im Stier auf. Sie liegt nahe oder möglicherweise direkt am Deszendenten (wenn die Geburtszeit früher läge). Diese Verbindung gilt als die kraftvollste, die man überhaupt in einem Horoskop finden kann. Sie kennzeichnet den überstarken Willensmenschen, dessen Antrieb von Leitbildern geprägt ist und dessen Energieniveau weit über dem Üblichen liegt. Im Zeichen Stier zielt die Kraft auf eine stoffliche Verwirklichung hin und / oder wirkt sich im sprachlichen Gestalten aus.
Mit der Lage der beiden Aszendetenherrscher Pluto / Mars nahe dem Du-Bereich wird man im Laufe des Lebens heftige, existentielle und transformierende Konfrontationen erwarten, die auf die Überwindung des Materiellen (AC Skorpion) hinzielen und die der Dramatik nicht entbehren. Man könnte darin durchaus auch Kräfte sehen, die sich selbst zerstören. Zusammen mit dem Sonnenzeichen Fische finden wir darin das im Allgemeinen zu wenig gewürdigte Opfermotiv, das vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt eine zentrale Stellung einnimmt.
Hierin zeigt auch sich eine machtvolle Gegnerschaft, die eher aus dem Verborgenen und Hintergründigen heraus agiert. Da es sich bei den Planeten um die Aszendenten-Herrscher handelt, können wir daraus schließen, dass R. Steiner die Konfrontationen und Begegnungen mit den (okkulten) Mächten wie angezogen hat und sie wie ein Teil seiner selbst waren.
Die Sonne als Signatur der Verhaltensweise und des Selbstausdrucks steht in den Fischen, was die Fähigkeit der tiefen, seelischen Anteilnahme und einen gewissen Aufopferungscharakter anzeigt. Sie hat den Gestaltungsdrang die persönlichen Grenzen zu überwinden und auf der Ebene des Überpersönlichen, Kollektiven zu wirken, wobei das Uranus-T-Quadrat einige seelische Spannung anzeigt. Die Sonnestellung im vierten Haus verweist darauf, dass dabei die seelisch-geistige Ebene dominant ist.
 Die Neptun / Merkur -Konjunktion in den Fischen am Beginn des fünften Hauses wirkt in ähnlicher Richtung. Sie signalisiert die Neigung zum phanatasievollen, visionären und ,im Sinne von R. Seiner, übersinnlichen Denken. Dieses betätigt sich hier oft auf dichterischem Gebiet und auf dem der Musik und Farbklänge. Eine Gefahr dieser Konstellation liegt in der Möglichkeit der Täuschung und der Illusion. Der strenge Saturn in der oppositionellen Jungfrau im zehnten Haus stellt hierzu einen gewissen Ausgleich dar. Seine Rückläufigkeit provoziert in vielfältiger Weise eine Vertiefung und lässt kein leichtgängiges "Schicksal" erwaren.
Die Himmelsmitte, die das öffentliche Image kennzeichnet, steht im Löwen. Ihm beigesellt sind Jupiter und Saturn. Wären beide direktläufig, könnten sie einen beträchtlichen, öffentlichen Erfolg signalisieren, der bei Beherrschung der kraftvollen Macht- und Ohnmacht-Konfrontationen (Pluto / Mars) mit tiefem Lebensernst und großer Verantwortung einhergeht. Die Rückläufigkeit beider lässt jedoch unerklärliche Widerstände erwarten, welche den Erfolg kurz vor dem Ziel immer wieder schmälern oder in Frage stellen. Manche Astrologen sprechen bei Rückläufigkeiten von "karmischen Signaturen" (oder von "zürückgebliebenen Kräften"), welche hier die Verantwortung und Erkenntnis nach innen wenden, um die innere Entwicklung zu betonen oder um etwas aus einem letzten Leben nachzuholen.
Die Himmelstiefe IC liegt im Wassermann, welche die Heimatlosigkeit kennzeichnet, die aus Rudolf Steiners Biogaphie hinlänglich bekannt ist. Die Stellung der Venus im Wassermann und des Uranus an der Grenze zum achten Haus ist mit dieser Qualität verwandt. Sie verknüpfen das Thema Liebe mit dem Bedürnis nach überpersönlichen, geistigen Verbindungen, die ein großes Maß an Freiheit und Unabhängikeit gewähren.
Der Mond in der Waage lässt ein seelisches Bedürfnis nach Harmonie erwarten, das sich meist in vermittelnden und künstlerischen Anlagen ausdrückt.
- Foto: Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, Goetheanum, Dornach (CH) - Anmerkung: Obwohl Günter Aschoff in der Zeitschrift: Das Goethenaum, Nr.: 9, 2009, Dornach, relativ plausibel versucht hat nachzuweisen, dass Rudolf Steiner am 27.2.1861 geboren ist, gibt es nach wie vor Forschende, die auf Grund einer unklaren Geschichte der Taufscheineintragungen den 25.2. für das richtige Datum halten. Hier stünde unter anderem der Mond in der Jungfrau, was wiederum astrologisch durchaus möglich scheint. Vollständig sicher kann man sich bei beiden Daten nach meiner Ansicht nicht sein.
C. GESCHICHTLICHES
VII. Handlesen Geschichte
Mannigfache Wege gehen die Menschen. Wer sie verfolgt und vergleicht, wird wundersame Figuren entstehen sehn; Figuren, die zu jener großen Chiffernschrift zu gehören scheinen, die man überall, auf Flügeln, Eierschalen, in Wolken, im Schnee, in Kristallen und in Steinbildungen, auf gefrierendem Wassser, im Innern und Äußern der Gebirge, der Pflanzen, der Tiere, der Menschen, in den Lichtern des Himmels, auf berührten und gestrichenen Scheiben von Pech und Glas, in den Feilspänen um den Magneten her, und in sonderbaren Konjunkturen des Zufalls, erblickt. Aus: "Die Lehrlinge zu Sais", Novalis
Handlesen hat etwas Faszinierendes. Seine Herkunft liegt im Dunkeln und wer davon hört, denkt meist an die Frauen der Fahrenden, die einen zweifelhaften Ruf genießen. Wer ihnen im südfranzösischen Les Saintes-Maries-De-La-Mer begegnet, dem Wallfahrtsort ihrer Schwarzen Madonna, entgeht ihnen nur mit Mühe. Rund um die Kirche sprechen sie jeden an. Und wen interessiert nicht die eigene Zukunft, vor allem, wenn es dabei um Liebe und Geld geht?
Die ältesten Überlieferungen finden wir im Indien der vorvedischen Zeit. Zusammen mit anderen Techniken, wie etwa dem Weissagen aus Omen oder Träumen, gehört es zu den sieben klassischen indischen Prognosemethoden. Ihr Begründer soll kein geringerer sein als der Meeresgott Samudra. Daher der Name: Smudrika Shastra, die Wissenschaft des Samudra. Die Hindus sind überzeugt davon, dass es zu allen Göttern, Göttinnen und heiligen Strömen ein Gegenstück in der Hand gibt. Deshalb ist sie ihnen heilig.
Ersetzen wir jene durch die griechischen Götternamen und ihre astrologischen Symbole, ergibt das durchaus einen Sinn. Für die Inder war das Handlesen eine Technik zur Selbsterkenntnis, mehr aber eine Möglichkeit des Blickes auf das eigene Schicksal und der Vorausschau auf das Leben.
In Europa wurde das Handlesen zuerst unter den mittelalterlichen Mönchen bekannt. Sie verwendeten diese als Charakterkunde und zu medizinischen Diagnosen. Die Ärzte der Renaissance griffen die Chiromantie interessiert auf und verbanden sie mit der AstroloIgie. Dies belegen etwa die Schriften von Paracelsus und Agrippa von Nettesheim.
Zu Beginn der Renaissance kam das Handlesen geradezu in Mode. Nicht verwunderlich, dass unter den ersten Büchern, die in Europa gedruckt wurden, neben der Guthenbergbibel schon 1475 "Die Kunst Chiromantia" aufgelegt wurde. Das Blockbuch verbreitete sich rasch und erfreute sich vieler Auflagen.
In neuerer Zeit wurde die Chirologie, wie sie heute oft genannt wird, von wenigen renommierten Forschern ernst genommen. Zu ihnen gehört C.G. Jung. Er war mit dem, Ende der 1930er Jahre nach Amsterdam emigrierten Frankfurter Psychochirologen Julius Spier bekannt und hatte mehrfach Gelegenheit, dessen Beratungen persönlich zu begleiten. Dabei kam er zu folgendem Urteil: "Ich muss gestehen, dass ich von seinen Resultaten nachhaltig beeindruckt war."
Was der erfahrene Psychologe an Spier besonders schätzte, war die Verwendung der Chirologie als Charakterkunde. Sie erfasst in erster LInie unsere Anlagen, markante und pathologische Prägungen sowie den Ausblick, wohin die persönliche Entwicklung gehen könnte.
Ähnlich wie die moderne Astrologie geht auch die Chirologie davon aus: Je selbstbewusster der Mensch sein Leben gestaltet, desto eher befreit er sich von Wiederholungszwängen. Dies führt von der alten Wahrsagekunst zu einer revidierten Chirologie, die den Menschen als Selbstgestalter seines Schicksals in den Mittelpunkt rückt.
VIII. Handlesen im Eadwine Psalter
 Noch heute sind viele Menschen davon überzeugt, Handlesen sei mit den Fahrenden, den Sinti und Roma, zu uns gekommen. Umso mehr mag es deshalb erstaunen, dass bereits um 1160 n. Chr. ein Mönch in Christchurch, Canterbury das sogenannte Eadwine Psalter verfasste, das neben Gebeten und Glaubenssätzen als erstes Buch im nördlichen Europa ein Kapitel über Handlesen enthielt.
Das Schriftstück erwähnt auch erstmalig den Begriff Chiromantia oder Chriomanticus und zeigt, dass die chiromantische Tradition bereits Mitte des 12. Jahrhunderts wohl aus Arabien kommend unsere Gegend und die britischen Inseln erreicht hat. Die später erweiterte Version der Eadwine Chiromancy enthällt vier Illustrationen mit chiromantischen Merkmalen, die wahrscheinlich die ältesten dieser Art in der gesamten westlichen Tradition sind. Zu ihnen gehört die nebenstehende Zeichnung. Wie die Sammlung außerdem zeigt, sah der Autor im Handlesen nichts Unchristliches.
IX. *Julius Spier
Julius Spier war Psycho-Chirologe und arbeitete mit C. G. Jung zusammen. Sein 1944 erstmalig auf Englisch erschienenes Buch "The Hands of Children" gilt wegen der Einbeziehung der psychotherapeutischen Denkweise noch heute als vielbeachtetes Werk. Spiers Handlesemethode ist sehr individuell und für Anfänger wenig geeignet. Sein großer Erfolg in den 1930-40er Jahren beruhte wahrscheinlich mehr auf seiner sensiblen, "übersinnlichen" Wahrnehmung als auf der reinen Handlese-Technik. Im deutschsprachigen Raum ist er heute nahezu unbekannt. 
J. Spier wurde am 25. April 1887 in Frankfurt / M. geboren. Sein Vater war ein assimilierter Jude und stammte aus einer dort alteingesessenen Familie. Bereits mit siebzehn Jahren besuchte er einen Vortrag über Chirologie, den ein von ihm nicht näher bezeichneter Arzt hielt. Er war davon so beeindruckt, dass er sich fortan intensiv mit dem Studium der Hände beschäftigte.
Nachdem er zunehmend sein Talent fürs Handlesen entdeckt hatte, kündigte er 1927 seine Stelle in der Metallhandelsgesellschaft Beer-Sontheimer & Co, in der er zuletzt als Personalchef tätig war.
Zwischen 1926 - 28 führte er bei C. G. Jung in Zürich eine Analyse durch. Jung ermunterte ihn, professioneller Psycho-Chirologe zu werden. 1929 siedelte Spier mit seiner Familie nach Berlin um und eröffnete eine psycho-chirologische Praxis, die bald sehr erfolgreich war. Insbesondere in der Damenwelt verbreitete sich rasch sein Ruf als ungewöhnliche, "magische" Persönlichkeit. 1935 ließ sich Spier von seiner Frau scheiden, weil er "ein homme a femme war und von den Frauen angeschärmt wurde", wie sein Sohn in seiner Biographie berichtet. Kurz nach der Reichsprogromnacht 1938 emigrierte Spier nach Amsterdam, wo seine Schwester mit einem jüdischen Bankier verheiratet war. Seine psycho-chirologische Beratungspraxis im niederländischen Exil florierte ebenfalls nach kurzer Zeit. Im September 1942 verstarb Julius Spier an Lungenkrebs, am Tag bevor die Gestapo vor seiner Türe stand, um ihn ins Durchgangslager Westerborg zu deportieren. Den Bescheid dazu hatte er bereits in der Tasche.

Etty Hillesum lernte Julius Spier um 1940 in Amsterdam anlässlich einer Handlesitzung kennen, die jener zu Studienzwecken vor einem interessierten Kreis abhielt. Freunde hatten sie dazu als "Modell" mitgebracht. Wie Etty in ihrem Tagebuch berichtet, war sie sofort von ihm beeindruckt und begann bei ihm eine psycho-chirologische Therapie. J. Spier gab dabei den Anstoß zum regelmäßigen Schreiben ihres berühmten Tagebuches.
In der Folge entwickelte sich zwischen beiden eine enge Freundschaft, die auf Grund von Spiers Verlobung mit Herta Levi eine gewisse Distanz bewahrte. Spiers Verlobte war bereits nach London emigriert und rettete auf diese Weise Spiers Schriften vor der Vernichtung. In dieser Zeit arbeitete Etty bei Spier als Sekretärin. Kurz nach seinem Tod wurde sie unter dramatischen Umständen nach Ausschwitz deportiert und dort von den Nazis ermordet. In Ihrem Tagebuch beschreibt sie die Beziehung zu Spier ausführlich.
 Dr. Charlotte Wolff, die international renommierte Ärztin, Psychologin und Chirologin, erwähnt in ihrer Biographie, wie sie in Berlin einen Chirologie-Kurs von Julius Spier besuchte, der speziell für Ärzte gedacht war. Später schrieb sie darüber: "Ich bin diesem Mann, der mich auf den Weg zu einer Reise um die menschliche Hand schickte, zu ewigem Dank verpflichtet."
Neben seiner Beratungstätigkeit hielt Julius Spier in verschiedenen Städten Kurse ab, so zum Beispiel in Zürich. An ihnen nahmen vor allem Ärzte, Psychologen und psychologisch Interessierte teil. Auf diese Weise und durch sein 1944 in London erstmalig in englischer Sprache erschienenes Buch, beeinflusste er die Entwicklung der modernenen, psychologischen Chirologie.
Textnachweis: - Lehrlinge zu Sais, Novalis Werke und Briefe, Winkler Vlg. München - Aus dem ersten Kapitel von: Manfred Magg, Hand und Horoskop - Was Handlesen mit Astrologie verbindet, Chiron Vlg. 2002, Tübingen - Das denkende Herz - Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-43, Rowohlt Vlg. 1988, Hamburg - Wolfgang Spier: Da fällt mir ein...,Henschel Vlg. 2004, Berlin - Dr. Charlotte Wolff, Augenblicke verändern mehr als die Zeit, Kranichsteiner Literaturverlag 2003, S. 125 ff.
Bildnachweis: - Sara la Kali, Les Saintes-Maries-De-La-Mer - Eadwine Psalter, Bodleian Library Oxford. - Vielen Dank an Christoffer Jones für den Hinweis! - Gipsabguss der rechten Hand von J.W. von Goethe, im Besitz des Autors - Michael Jackson Handplastik, Madame Tussaud, Berlin
Fotos: - Osama bin Laden, Internet. - Muammar al-Gaddafis Fotos aus Martijn van Mensvoort Handreading Diskussions-Forum: http://www.modernhandreadingforum.com/ - Dr. Rudolf Steiner, Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, Dornach - Julius Spier und Etty Hillesum mit freundlicher Genehmigung des Jewish Historical Museum Amsterdam - Dr. Charlotte Wolff, mit freundlicher Genehmigung des Kranichsteiner Literaturverlages
Horoskopdaten: - Osama bin Laden siehe Astrodienst. - Muammar al-Gaddafi Geburtsdaten nach wikipedia, die Zeit ist unbekannt. Ich halte allerdings einen stärkeren Löweeinfluss (AC, MC oder IC) für wahrscheinlich. Verwendet man AC 1°- ca.4° Löwe (7:15 Uhr - 7:30 GMT) als Arbeitshypothese, kommt man auch im diesjährigen Solar (2010 für 2011) zu interessanten Ergebnissen. - Michael Jacksons Daten sind unter Astrologen allgemein bekannt. - Rudolf Steiners Geburtstag ist strittig. Nach seinen eigenen, letzten Angaben im "Lebensgang" ist er am 27.2.1861 geboren. Die Zeit wurde von ihm persönlich durch Alan Leo, Mitglied der Theosophischen Gesellschaft , 1907 auf dem Kongress in München erfragt. - Julius Spiers Geburtsdaten erhielt ich persönlich von seinem Sohn Wolfgang Spier. - Etty Hillesums Daten entstammen dem Internationalen Horoskope Lexikon von Taeger.
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